o LUMASI | Catch me if you can mit Google Maps - Ein Erfahrungsbericht
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IT-Architekten

"Wenn es einen Weg gibt, etwas besser zu machen: Finde ihn!"
Thomas A. Edison

Catch me if you can mit Google Maps – Ein Erfahrungsbericht

Erleichtert uns Google Maps‘ neue Funktion unser Sozialleben oder gehen wir damit nur einen weiteren Schritt auf Big Brother zu?

Google Maps hat vor ein paar Wochen eine neue Funktion freigeschaltet, die den Usern das Treffen ihrer Freunde leichter machen soll. Ob man das tatsächlich braucht, oder es doch nur eine weitere Art ist, Nutzerdaten zu kommen, haben wir für euch getestet! 

Wer probiert nicht gerne neue Sachen aus? Eine neue App wird vorgestellt und schon wird sie heruntergeladen. Wieso denn auch nicht? Die meisten Applikationen sind schließlich kostenlos und wenn man sie nicht mehr will, kann man sie ja einfach löschen.

Bei manchen Internetseiten wird man sogar indirekt dazu gezwungen, die dazugehörige App zu benutzen, damit alles einwandfrei funktioniert und ersichtlich wird.

Mich persönlich nervt das meistens, doch Google Maps verwende ich doch regelmäßig und daher habe ich natürlich auch die App auf meinem Smartphone.
Wie sieht es jetzt aber mit der Erweiterung ,,Standort teilen“ aus und wofür ist sie eigentlich gedacht?

 

Meinen Standort mit Freunden zu teilen soll dabei helfen die Fragen „Wo bist du?“ oder „Wann bist du ungefähr da?“ einfach und schnell zu beantworten.

Der Nutzer kann nicht nur seinen Standort, sondern auch seinen Reiseverlauf teilen. Dieser wird über die Navigationsfunktion erstellt und zeigt somit die geplante Ankunft des Reisenden an. Klingt ja schon mal ganz gut und praktisch ist diese Funktion auch auf jeden Fall.

Die Ausrede „Ich bin eh rechtzeitig weggefahren, aber da war ein Mööörderstau.“ gibt es dann aber nicht mehr 😉

Daten werden übermittelt.

Wer denkt, dass Google hier nur einen Vorteil für den User geschaffen hat, darf die Nutzerdaten nicht vergessen, welche der Marktriese hier bezieht und vor allem weiterverkaufen kann.

Google speichert ab, wo man sich wie oft befindet und mit wem man sich trifft.

Wer sich immer wieder mal gewundert hat, weshalb ein Produkt auf Facebook und anderen Seiten angezeigt wird, welches man ein paar Tage zuvor auf Google oder Amazon gesucht hat, bekommt die Antwort:  personalisierte Werbung, die auf der Basis unserer Daten und unseres Nutzungsverhaltens erstellt wird.

Durch die neue Funktion der Standortanzeige, kann Google unsere Daten an Unternehmen weiterverkaufen. Dies haben wir alle durch das Akzeptieren der AGBs erlaubt. Was das jetzt bringt? Ganz einfach. Durch diese erworbenen Daten kann jetzt zum Beispiel Pampers eine Plakatwand für Windeln in einer Gegend buchen, die besonders oft von jungen Müttern frequentiert wird.

Von woher Google das weiß? Natürlich über die GPS und Nutzerdaten der Anwender.
Und genau davon lebt sich der Gigant: von unseren Nutzerdaten, welche wir freiwillig und ohne zu zögern freigeben!

 

Die Verwendung in der Praxis und der Nutzen.

Um ehrlich zu sein, war es schwieriger als gedacht, sich mit jemanden nur durch die Nutzung der Funktion „Standort mit Freunden teilen“ zu treffen

Die Problematik hierbei war, dass man eben einfach schon weiß, wo man sich trifft, denn in der Praxis sieht es ja so aus, dass man einen Ort nennt und dann ein Gebäude, eine Hausnummer, ein Geschäft oder eine Straßenecke. Wer ohne Smartphone aufgewachsen ist, hat schon früh gelernt, mit einer einfachen Beschreibung des Treffpunkts zu seinem Zielort zu gelangen.

Google wirbt in seinem Teaser zu der neuen Funktion ja mit einer Überraschungsparty und der Frage „Wo befindet sich der Geburtstagsgast gerade?“, bzw. mit dem Beispiel „Wir treffen uns auf einer pinken Parkbank“. Quelle: https://youtu.be/u62nPKgLJeg

 

Das mit dem Überraschungsgast ist ja eine wirklich nette Funktion, doch müsste man derjenigen Person vorher natürlich sagen, dass sie doch bitte ihren Standort mit einem teilen soll. Wieso? Gute Frage. Weil man eine Überraschung geplant hat, wäre dann hier wohl die falsche Antwort.

Wenn der Partygast jedoch mit einem Lockvogel unterwegs ist, dann kann der Reiseverlauf natürlich sehr praktisch sein. Eine einfache SMS an die Gäste mit „Sind in 10 Minuten da“ sollte aber auch reichen.

Wie sieht es mit der Parkbank aus? Ich bezweifle, dass sich jemand mit einem bei einer Parkbank ohne weiterer Erläuterung treffen würde. In einem Park wäre es dann doch die Bank beim Brunnen, die beim Eingang, bei der großen Eiche oder einfach „etwa hundert Meter nach der Allee“.

Doch ganz so unnötig ist die Funktion dann auch wieder nicht. Wenn man auf einem Festival ist, an der es 15 Bierstände in der Nähe der Bühne gibt, ist es womöglich schon praktisch diese Funktion verwenden zu können. Auch wenn dann der Reiseverlauf wohl eher nur auf dem Donauinselfest zum Einsatz käme.

 

Kontrolle, Stalking oder einfach nur zum Spaß?

Nachdem man seinen Standort freigegeben hat, gibt es keine weitere Meldung. Auch nicht wenn die Zeit vergangen ist, für die man seinen Standort freigegeben hat.  Es scheint auch kein Balken oder eine Nachricht auf, sobald man die App verlässt.

Man könnte daher problemlos von einem anderen Handy den Standort unbegrenzt teilen (Freigeben bis zur Deaktivierung) und seinen Partner, sein Kind, einen Freund oder auch einen Fremden kontrollieren oder besser gesagt stalken.

Wir haben das natürlich nicht gemacht. 🙂

Doch wir haben in der Testphase eine andere Art der Kommunikation gefunden. Das „wortlose Standort teilen“, welches den Beginn eines Gespräches verursachen kann.

Unser Fazit.

Die Funktion der Google Maps App kann in diversen Ausnahmesituationen ganz hilfreich sein. Auf einem lauten Festival an dem Telefonieren keinen Sinn hat, würde ich es wohl benutzen.

Für alle weiteren Treffen behalte ich aber dann doch lieber meine Nutzerdaten für mich und mache es so, wie ich es schon als Kind gelernt habe. Wir treffen uns ganz einfach dort, wo es nur EINE pinke Parkbank am Brunnen im Park gibt… oder eben bei Starbucks.

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